| Endlich kümmert sich jemand drum
Mit sorgenvoller Miene trat am Montag Ursula Engelen-Kefer
vor die Presse und wies auf einen Missstand hin, der von der Öffentlichkeit
bislang sträflich vernachlässigt worden war: die menschenunwürdigen
Arbeitsbedingungen von Terroristen. So hätten etwa die Mitglieder
der Hamburger Zelle von Al Qaida jahrelang ohne einen Betriebsrat auskommen
müssen. Beiträge zur Rentenversicherung seien nicht abgeführt
worden. Und wie die DGB-Vorsitzende mit sichtbarer Empörung hinzufügte:
"Es gibt nicht einmal einen Flächentarifvertrag für Terroristen."
Aber die Gewerkschaften wären nicht die Gewerkschaften, wenn sie
sich nicht um alles kümmern würden. Mit Hochdruck wird nun in
den Gewerkschaftszentralen an Plänen für eine neu zu gründende
IG Terror gearbeitet, die für die Belange der Kollegen aus der Terrorbranche
kämpfen soll. Hiervon erwartet man sich bei Tausenden von Schläfern
allein Deutschland auch einen Stopp des langfristigen Mitgliederschwundes.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll die IG Terror dann einer der großen
Gewerkschaften eingegliedert werden. Allerdings gibt es hier noch einigen
innergewerkschaftlichen Abstimmungsbedarf. So ist weiterhin ungeklärt,
ob eine Tätigkeit als Terrorist eher in den Bereich der Dienstleistungen
und damit von Vival.di fällt oder ob hier vielleicht doch die IG
Metall oder sogar die IG Chemie zum Zug kommen sollen.
Wenn schon die Gewerkschaften aktiv werden, dann darf natürlich auch
Handwerkspräsident Schleyer nicht fehlen. Seine Organisation weist
darauf hin, dass nach der derzeitigen Gesetzeslage jeder einfach Terrorist
werden darf, der sich dazu berufen fühlt, ohne irgendwelche Qualifikationen
vorweisen zu müssen. In Zukunft solle es deshalb einen staatlich
geregelten Ausbildungsgang zum Terroristen mit Fortbildungsmöglichkeiten
zum Meisterterroristen und Aufbaustudiengängen an Fachhochschulen
geben. Bildungsministerin Bulmahn signalisierte bereits ihre Unterstützung.
Und auch FDP-Wirtschaftsexperte Rainer Brüderle begrüßte
die Bestrebungen: "Der freie Markt muss da seine Grenzen finden,
wo sich etwas regulieren lässt."
Aus dem Regierungslager kommen weitere flankierende Vorschläge.
Bundesinnenminister Schily will mit einem "Waffenschein für
Teppichmesser" gewährleisten, dass Terroristen sichere Arbeitsbedingungen
vorfinden. Und auch Arbeitsminister Riester freut sich. Wenn Terroristen
wie Bin Laden der Sozialversicherungspflicht unterworfen werden, dann
können die Beiträge zu den Sozialkassen über die nächsten
zehn Jahre um bis zu 0,1 Prozent weniger schnell ansteigen als bislang
erwartet.
HENNING
HELMHUSEN
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Jihad Barbie
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