ANTI-AGING-PROGRAMM
Alt-Kanzler
Schröder gegen neuen GV
Mit
scharfen Worten hat Alt-Kanzler (1998-2010) Gerhard Schröder
den so genannten "Neuen Generationenvertrag"
kritisiert, den die Koalition aus SPD, Grünen, PDS
und CSU gestern im Bundestag beschlossen und dem auch
die NPD zugestimmt hatte.
"Es
ist ein Unding, dass unser Reformwerk auf Stimmen der
Nazis angewiesen ist", so Schröder, der zu seiner
Amtszeit vergeblich versucht hatte, die NPD verbieten
zu lassen. Gleichzeitig warf er CDU, FDP und LP vor, das
Reformpaket nicht mitgetragen zu haben. Schröder
übte aber auch inhaltliche Kritik am "Neuen
Generationenvertrag", der einseitig zu Lasten der
Älteren gehe. Das Gesetzesbündel, im Volksmund
"Hartz XXL" genannt,
sieht eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf
75, eine Kürzung der Renten um 10% sowie eine Eigenfinanzierung
für altersspezifische Gesundheitshilfsmittel vor,
etwa für Krücken, Sehhilfen, Gebisse und Gelenkstützen.
Außerdem solle der Pflegemissbrauch eingedämmt
werden, indem nur noch Alte mit einem staatlichen Invaliditätsattest
in den Genuss der Pflegeversicherung kommen. Im Gespräch
ist auch ein altersbedingter Wahlberechtigungssstopp mit
80 Jahren.
Koalitionssprecher
Zurwehme verteidigte indes den Neuen Generationenvertrag:
"Es wäre sozial ungerecht, wenn die Alten weiterhin
alle Kosten auf die Jüngeren abwälzen würden.
Die meisten haben aus Eigenversäumnis privat nicht
rechtzeitig vorgesorgt, obwohl schon seit Jahrzehnten
klar war, dass der alte Generationenvertrag nicht funktioniert".
Von Birthe Persson