Real
existierende Anarchie
von
Detlev Lurch
Ich
wünsche mir so, dass die Arbeitslosenzahlen runtergehen! Dann könnten
wir Deutschen in der Welt endlich wieder als starke Wirtschaftsnation
auftreten. Wohin es führt, wenn die Wirtschaft am Boden liegt, hat
man ja an der Weimarer Republik gesehen. Wenn wir weniger Arbeitslose
hätten, bräuchte sich unser Sozialsystem nicht mehr zu verstecken.
Eine Gesellschaft, in der jeder nur an sich denkt, zerfällt früher
oder später. Wenn wir weniger Arbeitslose hätten, würde
das ständige Klagen ein Ende haben, das den deutschen Äther
erfüllt. Wer klagt, der lebt nicht. Wenn wir weniger Arbeitslose
hätten, könnten wir getrost den Herausforderungen der Zukunft
ins Auge blicken. Und Optimisten bewältigen diese Herausforderungen
mit Leichtigkeit. Wenn wir nur weniger Arbeitslose hätten!
Ich
verstehe nicht, dass es am Arbeitsmarkt nicht vorangeht. Unsere Politiker,
die Arbeitgeber- wie auch die Arbeitnehmervertreter haben doch nun wirklich
viel vorangebracht in den letzten Jahren. Da kann man sagen, was man will.
Immer ging es darum, Arbeitsplätze zu bewahren oder die Grundlage
dafür zu legen, dass neue geschaffen werden. Von der konkreten Firmenrettung
über großzügige Subventionen Not leidender Branchen zu
ausgeklügelten Weiterbildungs-, Umschulungs- sowie Wiedereingliederungsprogrammen,
bis hin zu direkten Starthilfen für Firmengründer. Last not
least hat die Ökosteuer die Arbeitskosten deutlich gesenkt. Langsam,
und mit dieser Meinung stehe ich beileibe nicht alleine da, sollten doch
alle Hindernisse beseitigt sein, die dem Anstieg der Beschäftigung
im Wege standen.
Vor einiger Zeit hatte die BILD-Zeitung so ein großes Werbeplakat,
auf dessen linker Hälfte man den unteren Teil von drei Sitzenden
sieht und den Titel "Beinfreiheit". Auf der rechten Hälfte
sind im wesentlichen drei aufgeschlagene BILD-Zeitungen zu sehen, hinter
denen man die Fortsetzungen der links gezeigten Sitzenden vermuten kann
- Titel: "Meinungsfreiheit". Und das stimmt! Zum Glück
haben wir in Deutschland die Meinungsfreiheit, so dass alle dieselbe Meinung
haben dürfen.
Aber das Plakat hat mich zum Nachdenken gebracht. Im Meinungsmonopol fällt
es einem Betrüger ja viel leichter, seine Lügen glaubhaft zu
verbreiten. Er muss nur das Monopol auf seine Seite ziehen - durch Überzeugen
oder Bestechen. Ich bitte Sie, sich einmal die folgenden Fragen zu stellen:
Wer erstellt die Arbeitslosenstatistik? Richtig, die Bundesagentur für
Arbeit. Und wovon lebt die? Richtig, davon, dass die Politiker ihre Statistiken
glauben und bereitwillig Steuergelder überweisen. Wer überprüft
die Statistiken? Richtig, niemand. Kennen Sie persönlich vielleicht
5 Millionen Arbeitslose? Nicht mal 1000, nicht mal 100, stimmt´s?
Ob Frank-Jürgen Weise oder Florian Gerster - eine Handvoll Männer
bestimmt mit ihren Nachrichten das Geschick unseres Staates. Und wenn
Sie sich dann noch deren Logo genau anschauen...
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