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Mein Tod war eine einzige Enttäuschung
Das
fing schon damit an, wie er reinkam. Abends, halb elf. Ich saß
gerade in meinem Arbeitszimmer und versuchte vergeblich, einen längeren
Winword-Text neu zu formatieren. Vor meiner Tür hörte
ich Schritte, es klopfte - dreimal kurz, zweimal lang. Seit wann
klopft Karola, bevor sie reinkommt? Und wieso dieses blöde
Gemorse, dreimal kurz, zweimal lang? War das jetzt wieder eine neue
Masche von ihr, mir klarzumachen, dass ich drauf und dran war, unsere
Ehe dem Computer zu opfern?
"Ja gut, ich komm schon."
"Darf ich eintreten?" erwiderte sie.
Ich kenne das: immer wenn Karola kurz vor einer emotionalen Explosion
steht - oder neigen Frauen mehr zur Implosion? - egal, also kurz
bevor sie ausrastet, tut sie immer so betont affektiert höflich.
Aber wieso jetzt auch noch diese idiotisch verstellte Stimme - so
hölzern - oder mehr knöchern. Offenbar ein ganz neues
Signal, um unmissverständlich darauf hinzuweisen, dass beziehungsmäßig
der Supergau bevorsteht. Mein Arbeitszimmer ein Tschernobyl unseres
Ehereaktors, verstrahlt für den Rest des Abends. Sofort ging
ich zur Tür, um zu versprechen, dass ich heute nichts mehr
formatieren würde - oder wenn, dann höchstens ganz kuschelig
in unserem Ehebett. Doch zu so was verging mir augenblicklich die
Lust, als ich öffnete und Karola in einem sehr echt wirkenden
Knochenmannkostüm vor mir stand. Eigentlich war ich mehr sauer
als erschreckt:
"Was soll das nun wieder, zieh sofort dieses blöde Kostüm
aus Karola. Du weißt, dass ich mit so was gruftimässigem
absolut nichts am Hut hab. Also das turnt mich so was von ab, mir
ist jetzt sowieso schon die ganze Lust vergangen."
So, jetzt nach dieser gut gespielten Spontanentrüstung nur
nicht auf Diskussionen einlassen, dann wird das sicher noch ein
ganz entspannter Formatierungsabend am Computer. Ich formatierte
weiter, Karola stand immer noch in der geöffneten Tür.
Entgegen ihrer sonstigen Art blieb sie sehr sachlich - eine Spur
zu sachlich:
"Ich heiße nicht Karola, sondern Ludwig."
War das jetzt eine Provokation der ganz subtilen Art, oder insistierte
Karola nur auf ihrem perversen Rollenspielchen?
"Ich will Dich jetzt abholen, komm mit."
Langsam fand ich das ganze überhaupt nicht mehr komisch, zumal
ich gerade jetzt eine geniale Idee hatte, wie ich die Absatznummerierung
in Times-New-Roman wieder rückgängig machen konnte. Ich
schaute also in Karolas Richtung, um einen Gesprächsabbruch
einzuleiten (soziale Indikation). Da sah ich einen Lichtschalter,
den ich eigentlich nicht hätte sehen dürfen, da er sich
hinter Karola befand. So täuschend echt konnte kein Knochenmannkostüm
sein. Schlagartig wurde mir klar, dass tatsächlich nicht Karola,
sondern dieser gewisse Ludwig vor mir stand. Erleichtert ging ich
auf ihn zu und gab ihm die Hand - ein gewöhnungsbedürftiges
Gefühl. Neugierig fragte ich ihn, was ihn herführe, denn
irgendwelche älteren oder kränklichen Personen lebten
meines Wissens nach nicht in unserem Haushalt.
"Wie schon gesagt, ich will dich jetzt abholen."
Mir wurde klar, dass ich die Textformatierung nun wirklich vergessen
konnte, wahrscheinlich sogar für immer. Einerseits natürlich
eine verlockende Aussicht, andererseits aber doch schon etwas plötzlich.
Ich meine, ich war doch erst 44, hatte noch diverse Zukunftspläne.
Z.B. musste mich noch dringend die überfällige Steuererklärung
abgeben. Kurz, das ganze kam mir doch etwas ungelegen. Außerdem
war ich schon etwas enttäuscht, wie wenig spektakulär
das hier abging. Gut, eine grimmige Horde apokalyptischer Reiter,
die sich mit Höllengeheul auf mich stürzen, wäre
vielleicht etwas zu aufwendig. Aber so ganz nüchtern und ohne
jedes Pathos? Nee, ich muss sagen, das fand ich schon ein bisschen
lieblos. Also wenigstens eine Sense und so eine dunkle Kutte mit
Kapuze hätte Ludwig dabei haben können. Dass einem dabei
wenigstens en bisschen mulmig zu Mute geworden wäre.
Aber nichts von alledem, Ludwig sah einfach nur höflich und
seriös aus. Mit etwas mehr Fleisch auf den Rippen und einem
Sakko von C+A hätte man ihn glatt für einen Versicherungsvertreter
halten können. Und der soll mich ins Reich der Toten holen?
Dieses Weichei? Dem hätte ich unter normalen Umständen
nochnichtmal eine Lebensversicherung abgekauft. Aber es half alles
nichts, Ludwig blieb zwar höflich, aber bestimmt.
"So, und wohin gehen wir jetzt also?"
"Erst mal zum Griechen."
"Zum Griechen? Ich glaub' ich spinne. Nachts um die Zeit esse
ich nie was. Und überhaupt, bin ich jetzt tot oder was?"
"Noch nicht ganz. Und Grieche deshalb, weil ich beim Italiener
und Chinesen diese Woche schon war."
"Hör mal, mir scheint, du bringst da was durcheinander,
du bist kein Test-Fresser für Michelin, kein Siebeck für
Verblichene, du bist der Sensenmann, der Gevatter Tod, der unheilbringende
Schnitter. Und wenn du nur aufs Fressen aus bist, weck ich jetzt
Karola, die kann sich dann mit dir `nen Gyros reinziehen, die hat
nämlich ein Faible für solche Spinner wie dich."
"Reg' dich bitte nicht auf, das mit dem Essen hab' ich vorgeschlagen,
weil fast alle, die ich hole, darum betteln, vorher noch eine Henkersmahlzeit
zu sich nehmen zu dürfen."
Um kein Spielverderber zu sein, aß ich mit Ludwig eine Currywurst
am Bahnhofsimbiss. Currywürste krieg ich nämlich auch
nachts noch runter. Danach wollte Ludwig unbedingt noch eine Kerze
kaufen. Da aber nachts keine Geschäfte auf haben, machten wir
bis neun Uhr morgens einen ausgiebigen Spaziergang durch mehrere
Krefelder Vororte. Es war öde. Ludwig war ein absoluter Langweiler.
Das einzige Gesprächsthema, für das er eine erkennbare
Begeisterung zeigte, waren Modelleisenbahnen im Maßstab HO.
Das interessierte aber wiederum mich nicht. Also, ich war heilfroh,
als wir Punkt 9 bei Schlecker unsere Kerze gekauft hatten - ein
Grablicht. War mir eigentlich ein bisschen zu dick aufgetragen,
aber Teelichter gab es nur im Zehnerpack.
"So, und jetzt?"
"Jetzt zündest du die Kerze an und ich blase sie dann
aus."
"Und weiter?"
"Dann ist Schluss."
"Endgültig?"
"Na ja, kommt auf deine Religionszugehörigkeit an."
"Ach so, aber ich bin überhaupt nicht mehr in der Kirche."
"Ja, da weiß ich jetzt auch nich so genau Bescheid."
Natürlich, war mal wieder klar, ich hatte mal wieder voll die
Arschkarte gezogen, Ludwig hatte wirklich von nichts Ahnung, wahrscheinlich
so eine Aushilfskraft. Und dann das Kerze-Auspusten, auch die reinste
Katastrophe. Wegen der ganzen Hohlräume um seine Kiefer rum,
konnte Ludwig einfach keinen vernünftigen Luftdruck aufbauen.
Machte immer nur ppfft. Nicht zum Aushalten. Wenn ich eins hasse,
dann ist das Dilettantismus. Genervt blies ich die Kerze selbst
aus.
Dann kurz absolute Dunkelheit, ein wahnsinns Stromschlag im Brustkorb
und vis-a-vis über mir grinste mich ein optimistisches Notarztgesicht
an. Augenblicklich schwor ich mir: Sollte Ludwig, dieser verdammte
Versager es noch einmal wagen, bei mir anzuklopfen, ich würde
zuerst mal in aller Seelenruhe noch mindestens fünf Winwordtexte
neu formatieren.
Nachtrag,
zwei Monate später: Wieso um Gottes Willen hat mir Karola eine
Modelleisenbahn, Maßstab HO, zu Weihnachten geschenkt?
Schluss
jetzt!
Also,
mir langt's jetzt gründlich. Ich hab' einfach keine Lust mehr.
Nein, größere existentielle Probleme plagen mich nicht,
es ist nur dieser Alltagstrott, der mich fertig macht.
Jeden Tag der gleiche Irrsinn: der Wecker klingelt, ich bin noch
hundemüde, muss aber trotzdem aufstehen. Und alles nur, um...
- nein, nicht um in Ruhe ein Tässchen Kaffee zu trinken und
dann das donnernde Leben zu genießen: Frauen und Sportwagen,
Abenteuer und Luxus. Nein: um mich auf den Weg zur Arbeit zu machen.
Dann abends vom Büro zurück nach hause, endlich Freizeit!
Aber dann ist wieder nichts mit Frauen und Sportwagen, Abenteuer
und Luxus. Statt Frauen nur eine Frau (und seit Jahren immer die
gleiche!) und statt Sportwagen ein 89-ger Golf (auch seit Jahren
immer der gleiche!). Als Abenteuer der obligatorische Stau auf der
A3, statt Luxus Grünkernbratlinge mit Gurkensalat zum Abendessen.
Dann aber das Wochenende. Da möchte man dann mal so richtig
auf die Pauke hauen, ja da fängt das Leben dann so richtig
an, da dreh ich auf, da geht die Post ab, da werde ich zum Lebemann!
Stattdessen: gemütliches Kaffeetrinken bei den Schwiegereltern
oder Ausflüge in den Zoo, nur um sich angewidert ansehen zu
müssen, dass auch Tiere schwer depressiv sein können.
Oder Besuche von Freizeitparks, wenigstens die lieben Kleinen sollen
die Illusion behalten, dass das Leben was zu bieten hat! Loopingachterbahnen
versprechen das große Abenteuer, lösen beim Nachwuchs
jedoch nur Brechreiz aus. Na ja, immerhin ist ein vollgekotzter
Golf weniger ärgerlich als ein mit halbverdautem Popcorn garnierter
Sportwagen.
Nein, so geht's nicht weiter, nicht mit mir. Ich mach' Schluss.
Ich meine ganz Schluss. Selbstmord. Klingt jetzt ein bisschen brutal,
ich weiß. Unschön deformierte Körperteile, vermatschte
Gesichtszüge, Blutflecken auf nicht kochfesten Textilien. Nein,
so natürlich nicht. Ein bisschen Ästhetik soll schon sein.
Schon allein wegen der Fotos im Lokalteil der Tagespresse. Also
wichtig wäre mir auf jeden Fall, dass man mich auf so einem
Foto gut wiedererkennt. Nein, sonst würde das mit dem Selbstmord
doch überhaupt keinen Sinn machen - also diese letzte Freude
würde ich mir auf jeden Fall noch gönnen. Aber wenn dann
alle sagen würden: igitt, wie sieht der denn aus, da is ja
das halbe Gesicht weg - hat doch früher immer so auf sein Äußeres
geachtet. Nein, das wär mir dann wirklich nicht recht, würde
einfach nicht zu meinem bisher eher korrekten Lebensstil passen.
Vielleicht Schlaftabletten. Aber dann kommt sicher so ein Idiot,
findet dich und liefert dich in der Notaufnahme ab. Ja und dann
hat der mit Sicherheit auch noch so ein super Gefühl danach:
Hurra ich hab einen Menschen vorm Selbstmord gerettet, ich hab heute
ganz was tolles geleistet, ich bin ein Held. Erzählt der dann
überall herum und alle denken: Donnerwetter, das is doch mal
was, einen Selbstmörder retten, so ein Teufelskerl! Und ich
als verhinderter Selbstmörder stehe blöd da. Alle denken
natürlich, dass ich das sowieso nicht ernst gemeint habe. Die
meisten Selbstmorde werden ja bewusst so dilettantisch ausgeführt,
dass sie schief gehen: sich vor ein parkendes Auto werfen, Abführmittel
statt Schlaftabletten, Pulsadern aufschneiden mit dem Nagelknipser
usw.. Viele Selbstmörder wollen angeblich ja nur einen Hilfeschrei
an die böse Gesellschaft loslassen: seht her, fast hätte
ich mich umgebracht und Ihr alle wäret daran schuld. Und wenn
Ihr mir nicht bald einen größeren Geldbetrag überweist
und mir aus meinem Ehedesaster raushelft, mach ich's nächstes
Mal perfekt und Ihr habt dann ein ganz schlechtes Gewissen und werdet
bis an Euer Ende nicht mehr glücklich. Und das geschieht Euch
dann ganz recht, kommt mir dann bloß nicht an, dass ich Euch
nicht gewarnt hätte!
Nein, also die Mitleidstour wäre nicht meine Sache, wäre
mir nur peinlich. Auch im Büro kann ich es nicht ausstehen,
wenn ich mal einen Fehler mache und alle sagen dann mit so einem
mitfühlenden Unterton: ach das macht doch nichts, jeder kann
sich mal irren, nächstes Mal machst Du's eben richtig. Ja und
außerdem: wo bleibt dann mein Kick als verhinderter Selbstmörder?
Magenauspumpen mag ja eine interessante Grenzerfahrung sein für
Leute die den ultimativen Thrill suchen, ist aber genau wie Bungeejumping
schnell vorbei und wenn sich der Adrenalinschub verflüchtigt
hat bleibt nur so ein schales Gefühl und Sodbrennen übrig.
Und vor allem kein Foto im Lokalteil: ich als strahlender Schlauchschlucker
beim Magenauspumpen - interessiert doch keinen! Es sei denn Magenauspumpen
wäre eine neue Trendsportart "Extrem-Pumping". Wäre
eine interessante Marktlücke für arbeitslose Mediziner,
aber soweit sind wir noch nicht.
Nein, ich stelle mir Selbstmord anders vor. Mehr so als Event. So
was ganz Spektakuläres, was noch überhaupt keiner vor
mir gemacht hat und dann direkt nach der Beisetzung ab ins Guinessbuch.
Vielleicht eine Überdosis Gute Zeiten - Schlechte Zeiten, Soap-Dauerkonsum
bis zum Koma. Nein, wäre zu qualvoll. Dann schon eher das Betroffenheitsgesabber
von Fliege: Frauen, die schon 10 Partner durch Herzinfarkt beim
Beischlaf verloren haben, umoperierte Transsexuelle, die sich nun
in einen Hund umarbeiten lassen wollen, zungengepiercte Köche
mit verwirrtem Geschmackssinn, deren Chili con Carne immer nach
Bananensplitt schmeckt.
Doch, das wär was. Da müsste schon eine Dosis von 20 Sendungen
reichen, um dann mit einem letzten "Passen Sie gut auf sich
auf" abzugehen. Käme dann ins Guinnessbuch zwischen die
längste Selbstbefriedigung und die kürzeste Selbstverstümmelung
in die Rubrik der langatmigste Selbstmord. Aber wie mach ich da
wirklich ein richtiges Event draus? Ich meine, ganz allein zu hause
vor der Glotze ins Koma gleiten, das merkt doch kein Schwein. Passiert
in deutschen Wohnzimmern doch jeden Tag dutzendweise, läuft
dann in der Statistik ganz banal unter plötzlicher Herztod.
Aber vielleicht ganz spektakulär auf einem Hochhausdach. Ich
stelle mich dann also so ganz dicht an den Rand, dass alle denken,
dass ich gleich springe. Aber wenn da jetzt gar keiner hochguckt?
Gut, dann werf ich eben noch 200 Flyer runter: Achtung, bleiben
Sie stehen, schauen Sie mal nach oben und werden Sie Zeuge des ultimativen
Reality-Events: ein authentischer Selbstmord. Die ersten 20 Zuschauer
erhalten einen handsignierten Abschiedsbrief und ein Erinnerungsvideo
von RTL.
So, und wenn Polizei, Feuerwehr und Notarzt alle da unten versammelt
sind, wenn die dann schon das Sprungtuch aufgebaut haben, dann kommt
sicher so ein Psychologe zu mir rauf und will mich von den angenehmen
Seiten des Lebens überzeugen. Also, dass das Leben doch hauptsächlich
aus Abenteuer und Luxus, Frauen und Sportwagen besteht und dass
mir das alles entgehen würde, wenn ich jetzt springe. Natürlich
glaube ich diesem Psychologen kein Wort, denn so wie der aussieht
(Psychologen sehen alle gleich aus) kennt der Abenteuer, Luxus und
Sportwagen nur aus den abgedrehten Phantasien seiner Klienten. Und
wenn der an Frauen denkt, dann immer nur an bulämiekranke Mittvierzigerinnen,
die mit ihm ihren Vaterkomplex ausleben wollen.
Ich lasse mir jedoch nicht anmerken, dass ich ihn durchschaue, erwidere
nur, dass ich mir das noch durch den Kopf gehen lassen müsse,
dass ich in der Zwischenzeit erst mal Fernsehen möchte und
dass er mir eine Videoanlage plus 20 Kassetten Fliege bringen solle.
Der Psychologe glaubt natürlich, dass er mich schon halb rumgekriegt
hat, hält die Fliegesendungen für eine Art Lebenshilfe
und lässt mir eine provisorische Fernsehecke auf dem Hochhausdach
einrichten. Das einzige Problem wird sein, dass mich der Psychologe
während der Fliegesendungen mit aufbauenden Gesprächen
belatschern wird. Also wenn ich eins hasse, dann sind das Störungen
beim Fernsehen. Da kann ich derart sauer werden, dass mir das die
ganze sentimentale Selbstmordstimmung kaputt macht.
Ich drohe ihm also damit zu springen, wenn er mich beim Fernsehen
nur ein einziges Mal unterbricht. Das wiederum kränkt ihn dann
ganz entscheidend in seiner Berufsehre, bohrende Zweifel an seiner
Psychologenexistenz bauen sich unheilvoll auf: was hat der Fliege,
was ich nicht habe? Das Ergebnis wird sein, dass er sich noch vor
meinem Fernsehkonsumexitus in die Tiefe stürzt. Das wäre
dann natürlich Klasse. Ich meine, das brächte doch wieder
etwas mehr Drive in mein Leben. Ich wäre der erste Klient,
der seinen Psychologen in einen öffentlich inszenierten Selbstmord
getrieben hätte. Eventuell könnte ich mich dann sogar
zur Weiterexistenz entscheiden. Denn ein Artikel im Lokalteil (wenn
nicht sogar in der Bildzeitung) wäre mir genauso sicher wie
eine Erwähnung im Guinessbuch unter der Rubrik der erste Übertragungsselbstmord.
Und ein Auftritt bei Fliege in seiner Sendung zum Thema Ich habe
meinen Therapeuten fertig gemacht müsste eigentlich auch noch
drin sein.
©
Stephan Franke
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