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Mein
langer Kampf zu mir selbst
Früher
oder später wäre es ja sowieso herausgekommen. Deshalb bekenne
ich es lieber offen, bevor man mich noch etwa erpresst: „Ich bin
Neosozialist. Und das ist gut so.“ -- Und so kam es dazu: In der Grundschule
trat ich dann den Grünen Pionieren bei. Meistens ketteten wir uns
vor den Zentralen amerikanischer Multis wie Coca-Cola an, um Druck für
das Flaschendeckelpfand zu machen. Auch später hielt ich mich im
Staatskunde-Leistungskurs von Politik fern, sieht man einmal von einer
Demo 2025 gegen die Erhöhung der Rentenbeiträge auf Taschengeld
ab. Wie man sieht, war ich bis hierhin politisch eigentlich noch gar nicht festgelegt. Erst bei der 10. Wiederholung einer Arte-Fernsehdokumentation gegen die Globalisierung wurde mir alles klar: Wie pervers war doch diese Weltwirtschaftsordnung, die zuließ, dass Getreide ungehindert nach Südkorea strömte, während gleichzeitig die Menschen im Norden unter Kim Il Sung dem Fünften verhungerten. Andere mochten, das hinnehmen. Ich aber beschloss, Politiker zu werden ... ©
Henning Helmhusen |
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