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Als
Gastro-Tester sind wir ja einiges gewöhnt. Aber dass ein Schnellrestaurant
in einem Luftschutzbunker einquartiert ist, ist selbst für uns etwas
Neues. Im Fall des seit den Wahlen in Sachsen und Brandenburg ultratrendigen
"Hinden-Burgers" finden wir das allerdings auch sehr passend.
Gleich
am Eingang begrüßt uns der Blockwirt Holger Apfel, dem man
nachsagt, er sei für die Zeit nach dem Endsieg als Minister für
Eintopfsonntage und Volksernährung eingeplant. Mit stolzer Miene
überreicht uns der etwas feiste Herr unsere mageren Rationierungskarten.
Schließlich sei in seiner Location das Geld abgeschafft, um dem
internationalen Finanzsystem das Wasser abzugraben.
Auch
wir halten dies für einen coolen Gimmick, auf den wir seit den Volksküchen
der Roten Khmer lange warten mussten. "Braune Khmer" korrigiert
uns allerdings sofort der diensthabende Sturmbrennführer, "rot"
sei eine alliierte Fehlübersetzung. Dann zeigt er uns, wie in der
nationalen Alternative zu McDonald's Fleisch zubereitet wird. Man begnüge
sich nicht mit kurzem Anbraten. Stattdessen werde das Fleisch in frisch
gesprengten Bombentrichtern mit Benzin übergossen und gut durchgebrannt.
Als
nächstes dürfen wir uns in eine Schlange zum Essenfassen einreihen.
Wohltuend fallen uns dabei gleich die Damen an den Gulaschkanonen auf.
Kein penetrantes Ami-Dauerlächeln, sondern mürrische Gesichter
umrahmt von strengen Gretelfrisuren und feldgrau bestickten Dirndln. Jeder
merkt da sofort, dass im "Hinden-Burger" Gemeinnutz vor Eigennutz
geht.
Endlich
an der Reihe wählen wir aus der übersichtlichen Karte ein "Nazi
Göring - extrafett" und eine Portion "Chicken NsGoebbels",
die, wie man uns versichert, nur aus arteigenen Klumpfüßen
bereitet werden. An das Zigeunerschnitzel trauen wir uns eher weniger,
auch wenn man uns damit zu beruhigen versucht, dass die Namensgeber aus
Nordindien stammen und somit als reine Arier zu gelten haben.
Ein
weiterer Pluspunkt: Die Mahlzeiten werden im "Hinden-Burger"
nicht träge im Sitzen, sondern als Standgerichte abgehalten. Zum
Runterspülen lassen wir uns dazu noch jeweils einen "Blut und
Boden" kommen. Dieser auch als großdeutscher Caipirinha bekannte
Cocktail wird aus unreifen Stachelbeeren, heimischem Rübenzucker
und "Zinn 88" gemixt und erhält seine braune Farbe durch
ein geheim gehaltenes Naturprodukt.
Nach
zackigem Zählappell robben wir schließlich zum Ausgang. Hier
hat man für uns etwas ganz Besonderes vorbereitet. Der Führer
persönlich tritt auf -- sehr realistisch dargestellt von Horst Mahler
-- und zeichnet uns mit zittrigem Klaps auf die Schulter und einer Salve
eiserner Kreuze für unsere Tapferkeit vor dem Feind der deutschen
Küche aus. Tief befriedigt verlassen wir so den Essschauplatz und
sind uns sicher, dass dem "Hinden-Burger" schon bald Deutschland
und dann die ganze Welt gehören wird.
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