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AKTUELL
Hit
the Road, Che
Das
gerechte Orchester
Untergang
für Adi-Film "Der Untergang"
Der
Staat - Ein Film von Night D. Shyallamian
Henning
Helmhusen: Freibier für alle
Henryk
M. Broder:
Burka mit Klimaanlage
Skandaltheater
nach "XXX": Alle Dämme gebrochen
Al-Qaida-Parodie
von Bully Herbig
Schwarze
Weihnachten
Global
denken, beschränkt handeln (Bummelmann)
Was
sind eigentlich Reformen? (Kurzdrama)
Krieg
ist echt uncool (von Marco "Che" Bummelmann)
Der
Gustloff-Photo-Award 2004
Julius
Stettenheim: Nieder das Kapital (1896)
Öffentlich-Rechtliche
machen mobil
"Krieg
im Supermarkt" von Goren Albahari
Auszüge
aus dem Roman "Die Säulenhalle"
Satire
aus dem 19. Jahrhundert
Stephan
Franke: Verschiedene Tote
Wer
war Karl Gustloff?
Neander
Thälmanns Film "Herr Hohmann"
Ein
Spekulant. Novelle von Julius Weil (1887)
Fälle
eklatanten Marktversagens
Renaissance
des guten Tons (Julius Stettenheim)
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Die
Sieger des Gustloff-Photo-Awards 2004
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Die
Gustloff-Kunstredaktion hatte europaweit dazu aufgerufen,
aussagekräftige Photos zum Thema "Nichtdigitale
Photos als stumm-beredte Zeitzeugen der Siebziger und Achtziger
Jahre" einzusenden. Nach wochenlanger Beratung hat
unsere Jury aus Kunstexperten, Philosophen und Photomanen
die 28 schönsten Bilder prämiert. Sie alle zeigen
die Achtziger auf eine denkbar ungeschminkte Art und bezeugen
die lebendige Gewesenheit einer eben erst verschiedenen
Epoche.
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Gustloff verkauft
die Photo-Originale sämtlicher prämierter Photos
zu erschwinglichen Preisen an engagierte Kunstliebhaber.
Aus dem Erlös soll der Gustloff Photo Award 2005 finanziert
werden. Kaufinteressenten mailen bitte an: mail@gustloff-online.de
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1.
Schneelandschaft mit Mülltonnen (von Linda Hambacher)
Das Photo, entstanden 1986 im rheinischen Jülich,
enführt uns in eine Zeit, als es weder grüne Punkte
noch gelbe Tonnen gab, in einen verwunschenen Kosmos erratischer
Nonchalance, was ökologisches Bewusstsein anging. Der
weiße Schnee vor dem betongrauen Haus unterstreicht
in ironischer Indifferenz die verlorene Unschuld der von
Elften Septembern, Künasts und Küblböcks
unbeleckten Zeitgenossen.
350 Euro (leider bereits verkauft)
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2.
Spielmann in Dortmund (von Ilse Yamashita)
Ein Bild, wie es charakteristischer für die
70er Jahre nicht sein könnte: Die Erhard'schen Wirtschaftswunderjahre
weichen, symbolisch eingeläutet durch die Trauermelodie
des melancholischen Spielmanns, einem ausufernden Wohlfahrtsstaat,
der den Marsch der Institutionen weltfremder 68er noch vor
sich hat und dreieinhalb Jahrzehnte der Stagnation prägt.
400
Euro
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3.
Gotthilf unplugged (von Fred Niederzier)
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere genießt
der schwäbische Musikrebell Gotthilf Fischer den Applaus
seiner zumeist noch jugendlichen Fans auf einem Konzert in
Böblingen. Seine Gesichtszüge scheinen ausdrücken
zu wollen, dass er voller Stolz etwas Licht in die von Natodoppelbeschluss,
Wackersdorf und Westernhagen leidgeprüften Seelen seiner
Mitmenschen zu werfen vermag.
215
Euro |
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4.
Pariser Graffitikünstler (von Sidonie Santuzzo)
Ein junger Punk im Pariser Vorort La Défense haucht
einer Betonsäule Leben ein, die somit als Golem'scher
Stützpfeiler dirigistischer Architektursünden fungiert.
Die schlichte Poesie des jungen Punk ("je t'aime")
auf nacktem, aber schuldigem Stein geht unter die Haut und
erzeugt rabulistische Schwingungen, denen kein noch so herzlos
dahergebauter Wolkenkratzer widerstehen kann.
230
Euro (verkauft) |
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5.
Endstation Lungenzug (von Michael Graf)
Vor einem Fakultätsgebäude in Kiel posiert eine
Gruppe junger Leute, davon einer in Bundeswehruniform, der
eine Schachtel Zigaretten, die damals 2 DM kosteten, zur Schau
stellt. Wehrpflicht und Tabaksteuer als Entmündigung
freier Individuen werden so in eine kontextuelle Symbiose
zueinander gesetzt und erzeugen beim Betrachter eine kathartische
Trauerarbeit.
240
Euro |
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6.
Grillage-Torte (von Petra von Petersdorff)
Ende der Siebziger veränderte sich die Krefelder
Nachmittagstischkultur schlagsahnartig, als die cremige Erfindung
eines Kempener Konditors die Runde machte. Die aus drei Generationen
bestehende Runde in einem mit Venloer Rokoko dekorierten Esszimmer
zeigt, worauf es dem Spießbürger der Pink-Floyd-Ära
ankam: Oberflächliche Manieren und viel Sahne im Bauch.
400
Euro |
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7.
Erzürnter Rottenführer (von Udo Samulski)
1986 brannte sich der Supergau von Tschernobyl in das kollektive
Gedächtnis der Menschheit und wurde zum retrospektiven
Menetekel für eine entfesselte staatliche Energiepolitik,
der es nur um die Elektrifizierung des Sklavenvolks ging,
auch auf unserer Seite des eisernen Vorhangs, wo wir (Photo)
einen ABC-gesicherten Rottenführer der Bundeswehr bei
Daun sehen.
340
Euro |
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8.
Zerlegung der Braut (von Mirjana Heikaus)
Den atavistischen Rückfall Europas in barbarischen National-Etatismus,
angefangen mit den sozialistischen Bruderkriegen im zerfallenden
Staatsgebilde "Jugoslawien", antizipierend, zeigt
dieses 1985 entstandene Bild eine Gruppe von fünf jungen
Tschetniks bei einer illegalen Wehrsportübung, bei
der die Braut des Soldaten mit verbundenen Augen zerlegt und
wieder zusammengesetzt wird.
600
Euro |
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9.
Tristan und das Heroin (von Pascal Merchez)
Mitte der 80er Jahre erfolgte aus dem schier Sartre'schen
Nichts das brachiale Polit-Sein des bretonischen Nationalwohlfahrtsstaatlers
Le Pen, zu dessen Fans auch dieser verblendete Bohémien
gehörte, dessen schildbürgerlicher Aufruf zur Wahl
des detailverliebten, fleischgewordenen Hinkelsteins flankiert
wird durch die Andeutung suizidal-herostratischer Geworfenheit.
250 Euro |
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10.
Haarspalterische Häresie (von Txakurra Gazteiz)
Eine eskapistische Runde junger Zeugen Jehovas chantet
heiteren Gemüts mit monotonen Reimen wie "Haare
Jehova, Haare Haare" zu ihrem Papst Ron Hubbard, dessen
achtundachtzig rote Rolls Royce 1987 in der Berliner Mun-Disco
"Aum Jihad" ausgestellt wurden. Das Bild zeigt semiperspektivisch,
wie diese friedlich-bukolische Putzgruppe das Straßenpflaster
zu seinem Ashram macht.
290
Euro (verkauft) |
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11.
Verhinderte Federführung (von Michel Collinot)
Ein junger französischer Möchtegern-Schrifsteller
aus Toulouse hält ein selbstgemaltes Plakat, auf dem
er offenbar seinem Wunsch nach Mitgliedschaft im PEN-Club
Ausdruck verleiht - "Der PEN, schnell!" Die
kontrastive Spannung zwischen Wunsch und Wirklichkeit wirft
auch ein bezeichnendes Licht auf die sich anbahnenden Anglizismus-Verbote
der "grande nation": Die "Feder" als Freiheitsschrei!
350
Euro |
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12.
Kopflose Behauptung (von Balthasar Lathe)
Dieser kopflose Reiter, aufgenommen 1979 auf einem Survival-Trecking
im kanadischen Banff-Nationalpark, scheint mit seinem daguerrotypisch
ebenso enthaupteten Klappergaul darauf hinweisen zu wollen,
dass die Reise in die letzten zwei Millenniumsdekaden der
Suche nach einer verlorenen Zukunft gleicht, die erst je und
je in den goldenen Zuckungen einer libertären Morgendämmerung
mündet.
300
Euro |
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13.
Gradmesser der Freiheit (von Tülin Ciringiroglu)
Wir können nicht erkennen, welche Temperatur dieses für
die damalige Zeit revolutionäre digitale Thermometer
vor einer Apotheke bei Düren anzeigt, doch die ganze
Atmosphäre dieses Ensembles lässt uns durch seine
krude Nüchternheit frösteln, wissen wir doch, dass
selbst ernannte Klimapropheten ohne geeignetes Messinstrumentarium
den globalen Kollaps herbeibeschworen haben.
270 Euro |
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