ERFUNDENE KRANKHEITEN
Aging Male Syndrom, Hyperhidrose, Sissi-Syndrom, Wellensittichtripper, Meerschweinchenpest, Dackel-Ebola, Vitamin-B-Mangel, Rumsfeld-Jacob: Die Pharma-Industrie erfindet immer neue Krankheiten und hat wenig später auch die passenden staatspatentierten Gegenmittel parat. Abgekupfert haben die Pillendreher das Rezept von den profitgeilen Politikern, die immer und überall neue Übel schaffen, um sich dann selbst quacksalbernd als die Rettung zu verkaufen. Und durch die blutbahnbrechende Arbeit der Bundesregierung ist Deutschland auch in der Disziplin Siechtum europaweit Spritzenreiter. Damit das auch so bleibt, hat Krankheitsministerin Ulla Schmid sieben neue Menschheitsgeißeln ausgemacht, die ungeahnte epidemische Betätigungsfelder für alle doktorspielenden Regierungskollegen bieten:

Rumsfeld-Jacob-Patient

1. Medicovisitative Paginalaversion (MVP)

In den letzten Monaten hat diese Volksseuche bedrohliche Ausmaße angenommen. Die Symptome sind stets die gleichen: Erhöhter Adrenalinspiegel und Unmutsausbrüche beim Arztbesuch, wenn es darum geht, die zehn Euro Praxisgebühren zu zahlen. Im Volksmund „Gebührenkoller“ genannt, soll diese Krankheit bald von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt werden. Als Rezept schlagen staatliche Gesundheitsklempner eine Immuntherapie durch sukzessive saftige Gebührenerhöhungen vor.

 

2. Rentales Down-Syndrom (RDS)
Besonders alte Menschen leiden unter RDS, auch Pensionärskrankheit genannt. Bedingt durch einen immer niedriger werdenden Rentenspiegel, verspüren die Greise ein Zufriedenheitsmanko mit dem inkontinenten Generationenvertrag, den sie angeblich selbst nie unterschrieben haben. Dazu kommt akuter Altersegoismus, der sich in typischen Sätzen äußert wie: „Hätten wir unsere Rentenbeiträge privat angelegt, hätten wir heute eine dreimal höhere Rente!“ oder „ich will so lange leben wie Heesters und Riefenstahl“.
3. Prämortale Taxationsdisfunktion (PTD)
Durch diese Fehlsteuerung im neuronalen Sozialzentrum sieht der Patient nicht ein, warum er so viele Steuern spenden und mehr als die Hälfte seines werten Lebens für „Stiefvater Staat“ schuften soll, nur um am Ende der Schröpfungstauglichkeit einen schnellstmöglichen Abgang hinzulegen. Auch bei dieser Steuerstörung schlagen die Fachärzte für Soziales eine Immuntherapie („tax, shock and awe“) vor, an deren Ende eine Vollsozialisierung des Patienten mit einer hundertprozentig funktionierenden Fiskalausscheidung steht.
4. Nigropragmatische Sanktion (NPS)
Diese schwere Form von PTF zeichnet sich durch Zwangshandlungen aus, die darauf abzielen, sich der Schutzgeldpflicht zu entziehen und sämtliche verbotenen Früchte der eigenen Arbeit selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu investieren. Dieses auch als „Schwarzarbeitswut“ bezeichnete krankhafte Fehlverhalten führt dazu, dass Politikern und Beamten die Blutzufuhr für parasitäres Schalten und Walten abgedreht wird und sollte daher mit der Einlieferung in Verwahranstalten für leistungsgeile Soziopathen kuriert werden.
5. Notationsopponente Librose (NOL)
Librose-Patienten leiden unter der Wahnvorstellung, in unserem Sozialsanatorium einem permanenten Freiheitsentzug ausgesetzt zu sein. Ursache ist laut Spitaldirektor Minzehering eine perverse Begriffsverwirrung, die „Freiheit“ nicht als „Freiheit VON etwas“ (etwa Freiheit von der Freiheit, Drogen zu nehmen, Steuerzahlen zu verweigern, eigenverantwortlich zu sein), sondern als „Freiheit ZU etwas“ begreifen lässt (etwa Freiheit, Drogen zu nehmen, Steuerzahlen zu verweigern, eigenverantwortlich zu sein).
6. Diachronische Majoritätsphobie (DMP)
DMP-Befallene laborieren daran, dass eine Mehrheit stets darüber entscheidet, wo es auch für die Minderheit lang geht, dass diese Mehrheit jeweils vier Jahre lang der Sachverwalter der Freiheit und des Eigentums aller Bürger ist und dass keine Minderheit das Recht auf Sezession zugestanden bekommt. Diese auch Demokratiemüdigkeit oder Hoppe-Syndrom genannte Seuche kann letztendlich nur eingedämmt werden, indem massenweise Placebos verteilt und aufmüpfige Minderheiten isoliert und sonderbehandelt werden.
7. Libertarismus
Die schlimmste aller Plagen, der Libertarismus, vereinigt alle vorgenannten Krankheiten und macht aus jedem Menschen einen vernunftgesteuerten Egokommunisten, welcher der irrigen Ansicht verfallen ist, dass nur durch Freiheit, Eigentum und Eigenverantwortung wirkliches Wirtschaftswachstum und Wohlstand für alle Erdenbürger erreicht werden könne, am besten durch permanente Sezession, wobei am Ende der Geschichte die singulative freiwillig-föderative Minimalststaaterei stehe („l’état c’est moi“).



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