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Durchbruch
bei Stammzellen-Transplantation
Von
Peter Krauss-Maffey
Es ging erst kürzlich durch die Weltpresse. Biomediziner und Verhaltensforscher
haben bahnbrechende Forschungsergebnisse bei der Cognitiven Stammzellen
Transplantation (CST) erreicht. Wie seit längerem bekannt ist, erreichen
Kinder im Alter von ca. 2 Jahren in ihrer Entwicklung ein Stadium, in
dem sich das Gehirn grundlegend umstrukturiert. Während im Babyalter
noch motorische und andere grundlegende Funktionen erlernt werden, sind
für die weitere Entwicklung des Kindes ganz andere Eigenschaften
des Gehirns verantwortlich. Die bahnbrechende Entdeckung hierbei ist,
dass sich während der sehr kurzen Entwicklungsphase im Gehirn eine
große Anzahl von Zellen in einem genetischen Zustand befinden, der
sie befähigt, Bereiche im Gehirn auf ganz bestimmte cognitive Fähigkeiten
umzustrukturieren.
Forschern ist nun erstmals gelungen, diese Wunderzellen durch Hirnentnahme
an Kindern und anschließende Hirnzerlegung zu isolieren.
In Russland wurde an 120 tschetschenischen Kindern erfolgreich ein statistisch
gesichertes Großexperiment durchgeführt, durch welches mehrere
Großzellkulturen dieser Alleskönnerzellen gewonnen wurden.
Dies hat natürlich weitreichende Konsequenzen und wird wahrscheinlich
einen lawinenartigen Entwicklungsschub in der Pharmabranche auslösen.
Dr. Roland Deister vom Investmenthaus Goldman&Sachs spricht auch schon
von einer neuen Revolution in der Pharmabranche:" Man kann sich gar
nicht vorstellen, was sich da für Möglichkeiten eröffnen.
Aus diesen Zellen kann man zum Beispiel Lifestyle-Medikamente entwickeln,
mit denen 80 jährige Alzheimerpatienten auf einmal wieder rechnen
können wie Einstein." Und süffisant fügt er hinzu:
"Natürlich lassen sich auch andere Zentren im Gehirn, wie das
Sexualzentrum ansprechen. Ob sie schwul oder hetero sein wollen, ist in
Zukunft keine Schicksals- sondern eine Lifestylefrage. Es wird in den
kommenden Jahrzehnten eine Milliardenbranche daraus entstehen."
Auf schärfste Ablehnung hingegen stößt das ganze Thema
bei den Kirchen. Bischöfin Angela Döblin von der Evangelisch-Lutherischen
Glaubensgemeinschaft hält das ganze für moralisch verwerflich:
"Dies bedeutet ganz hart, dass in Zukunft die Gesellschaft geteilt
sein wird in Leute, die sich diese Personality-Medizin leisten können,
und andere, die an den Rand gedrängt werden, weil sie sozial schwach
sind."
Derweil machte Sozialministerin Ulla Schmidt klar: "Eine Krankenkassenleistung
wird dies nicht werden. Diese Medikamente müssen privat finanziert
werden".
Eine schwere gesellschaftliche Problematik sieht auch der DGB. "Es
kann ja wohl nicht sein, dass der Stahlarbeiter alt werden kann, und der
Reiche sich per Brain-Therapie jung fühlt wie Leonardo Di Cabrio",
sagt Hans Sommer.
Wirtschaftsminister Clement sowie führende Vertreter von CDU und
FDP sind entsetzt: "Hier geht es um Chancen und um Arbeitsplätze.
Allein zur Zellisolierung könnten bis zum Jahr 2030, 45 neue Isolierkliniken
entstehen, mit Aufnahmemöglichkeit von bis zu 2000 Kindern pro Monat.
Ganz zu schweigen von den Pharmaunternehmen, die wir direkt nebenan in
Businessparks ansiedeln könnten. Wer Deutschland mal wieder als Schlusslicht
positionieren will, sollte zurücktreten!".
Eine besondere Herausforderung ist natürlich die Kinderarmut in Deutschland.
Hierdurch ist man bereits im Nachteil gegenüber Ländern wie
Indien, welche eine höhere Geburtenrate haben und hierdurch bessere
Wachstumschancen in der Branche haben werden, da die Gewinnungskosten
der Zellen sowohl durch die geringern Kinderbeschaffungskosten als auch
durch das niedrigere Lohnniveau kleiner sind. Genau dies ist auch eine
Befürchtung der Gewerkschaften: "Arbeitsplätze werden wohl
eher im Ausland entstehen und nicht bei uns".
Derweil hat das Lübecker Unternehmen Dräger ein Spezialverfahren
entwickelt, bei dem die Zellen nicht durch Hirnentnahme sondern durch
eine Hochdruckspülung mit Folsäure aus dem Schädel gewaschen
werden. Das Verfahren ermöglicht eine wesentlich höhere Ausbeute
der Alleskönnerzellen und senkt somit den spezifischen Kinderbedarf.
Herr Dr. -Ing. Uhlmann vom Unternehmen führt aus: "Dies ist
technisch sehr anspruchsvoll, da die nötigen Drücke bei 250
bar liegen und man natürlich aufpassen muss, dass da nichts auseinander
fliegt." Das Verfahren wurde bereits weltweit zum Patent angemeldet.
Der Aktienkurs von Dräger stieg nach der Bekanntgabe steil an.
Ministerpräsidentin Simonis freut sich: "Dies macht Schleswig-Holstein
zu einem absoluten High Tech-Zukunftstandort." Auf die Kritik angesprochen
äußert sie Verständnis: "Man muss die moralischen
Bedenken der Leute ernst nehmen und sie auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen.
Die Frage der sozialen Gerechtigkeit muss natürlich gelöst werden.
Die Reichen sollten durch eine gerechte Vermögensabgabe gezwungen
werden, ihren gerechten Beitrag zu leisten, so dass alle sich die neue
Medikamentengeneration auch werden leisten können. Zuschüsse
zur Produktion von billigeren Präparaten könnten ebenfalls durch
eine Mehrwertsteuererhöhung solidarisch finanziert werden. Eine Initiative
werden wir im Bundesrat bald anregen."
Derweil regt sich Widerstand in Schleswig Holstein. Schärfster Gegner
der Pläne von Dräger sind die Grünen. Sie befürchten
durch die Einleitung von folsäurebelasteten Abwässern Umweltschäden.
Friederike Ulf-Bennigsen (Grüne Schleswig Holstein) führt dazu
aus:" Das kann Schäden verursachen, die wir nicht absehen können.
Wir fürchten um das Doldenmoos an der Trave. Wenn diese Schadstoffe
in die Nahrungskette gelangen , könnten sie sogar Tierarten wie die
selten gewordene Filzlausratte, welche erst vor einigen Jahren in der
Nähe des rückgebauten AKW Krümmel entdeckt wurde, bedrohen.
Wir stehen für Nachhaltigkeit und für das Erhalten unserer Umwelt
für die Nachwelt. Deswegen stimmen wir einer Produktionsstätte
nur zur, wenn die Umweltauflagen verschärft werden und zusätzlich
3 neue Windparks im Wattenmeer entstehen."
Bundespräsident Johannes Rau zeigte sich derweil von der Debatte
angetan: "Es zeigt, dass die Menschen schon sehr weit sind in unserem
Lande. Auf der einen Seite ein Bekenntnis zum Fortschritt, auf der anderen
Seite aber auch das moralische Feingefühl, die Interessen aller beteiligten
Frauen und Männer in einem Diskussionsprozess zu würdigen. Ich
wünsche mir einen leidenschaftlich aber konstruktiv ausgetragenen
Streit mit einem nachhaltigen Ergebnis, dass unseren sozialen und moralischen
Ansprüchen gegenüber gerecht wird.
Gleiches vernimmt man auch aus dem Kanzleramt: "Wir können,
sollen und werden uns der Verantwortung stellen und den Bürgerinnen
und Bürgern zeigen, dass Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und
modernes Denken Begriffe sind, deren Vereinigung uns ganz besonders am
Herzen liegt."
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