Gewinner des Bad Taste Press Award 2005
14.03.2005
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Der neue Papst

oder: Freudsche Versprecher, die Geschichte machten. Folge 1


Vor dem Petersdom die Menge
Frommer Christen schweigend steht,
Und manch einer im Gedränge
Murmelt innig ein Gebet.

Endlich schwebt ein weisser Rauch
Hoch im Himmelsblau verloren.
Dieser zeigt nach altem Brauch,
Dass ein neuer Papst erkoren.

Wenig später aber schon
Auf der Loggia erscheinen
Papst und höchster Diakon.
Alle jubeln, alle weinen!

Und des Domes hohe Pforte
Strahlt im Abendsonnenlicht,
Als der Diakon die Worte
"Habemus Papam" leise spricht.

Aus der Loggia Hintergrunde
Tritt der Pontifex hervor.
Zu ihm schaun mit offnem Munde
All die Gläubigen empor.

Keiner wagt sich mehr zu regen,
Alle stehen wie erstarrt.
Auf des Papstes ersten Segen
Atemlos die Menge harrt.

Jeder auf dem Platze schaut
Hoffnungvoll zum würdgen Greise.
Endlich sagt er hell und laut:
"Urbi et masturbi - ... Scheisse!"

Christoph Leuenberger


Muckenichs letzte Worte zu Papst Leo

Kommt der 1-Cent-Job?

von Lothar Peppel. Kurz nach Einführung des 1-Euro-Jobs werden in der deutschen Wirtschaft die Rufe nach einem 1-Cent-Job immer lauter. Der Arbeitgeberpräsident Hundt rechtfertigte dies in der aktuellen Ausgabe des Heftes "Die Landse" mit folgenden Worten: "Die Gängelei der deutschen Wirtschaft durch Gewerkschaften und Betriebsräte muss aufhören! Wer sich gegen 1-Cent-Jobs stellt, gefährdet deutsche Arbeitsplätze. Wir haben Studien in Auftrag gegeben, die eindeutig beweisen, sollte es Leben auf dem Mars geben, so können selbst chinesische Arbeitnehmer einpacken." Und in Richtung Gewerkschaften: "Wer 1-Euro-Jobs fordert, treibt die Firmen in den Ruin!"

Die Reaktionen der Berliner Bundestagsparteien waren zwiespältig. So gab Wirtschaftsminister Clement folgendes Statement ab: "Wir, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, lehnen 1-Cent-Jobs natürlich ab. Jedenfalls in der Politik." Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hingegen zeigte sich den Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen. Wörtlich: "Wenn man bedenkt, schon nach 1,9 Millionen Arbeitsstunden kann sich ein 1-Cent-Jobber einen VW-Golf kaufen. Und das ist doch gut für die Konjunktur, oder?"

Guido Westerwelle von der FDP riet hingegen zur Beruhigung. So gab er gegenüber gpa an: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Mein Freund macht's sogar für ganz umsonst!" Auch die GRÜNEN gaben sich optimistisch. "Wir unterstützen jede Initiative, die den deutschen Bundesbürger dazu bringt, mehr Sprit zu sparen", so GRÜNEN-Vize Claudia Roth.

Auch Betroffene waren geteilter Meinung. So der Berliner Walter K.: "Ich bin seit 1953 arbeitslos. Langsam resigniere ich." Oder die ebenfalls arbeitslose, halbseitig gelähmte Handschuhfachverkäuferin Ulrike S.: "Es wird zwar knapp, aber ich hoffe, es bleibt noch was für die Riesterrente übrig. Man muss ja auch an später denken."

Doch ob die Einführung von 1-Cent-Jobs die Wende am Arbeitsmarkt bringen würde, bleibt zweifelhaft. Sollte dies nicht gelingen, so Insider, will die Bundesbank noch einen Trumpf ausspielen. Dann wird sie spätestens nach einem Sieg der CDU bei den nächsten Bundestagswahlen 1/2-Cent-Münzen prägen lassen.

Welcher Teufel reitet Papa Ratzi?
Rom. Wie gpa soeben vermeldet, ist der Papst heute einen Tag nach Einnahme der Polen-Position aus der Kirche ausgetreten. Der Papst begründete seinen doch etwas überraschenden Schritt mit einem persönlichen Schreiben an die Christen in aller Welt. Hier das Statement des Papstes:

Liebe Gemeinde,
Ich habe die Schnauze voll. Einen Tag lang war war ich die Tippse vom großen Boss. Doch nie, nie ein Wort des Lobes, ja, ich habe ihn nicht mal zu Gesicht bekommen. Und dann die doofen Klamotten. Ist doch nicht normal, dass ein Mann in meinem Alter in Frauensachen rumrennt. Ich will einfach mal 'ne ausgebeulte Jogginghose tragen. Ich will bescheuerte Shirts mit billigen Sprüchen auf meiner Haut. Ich will Springerstiefel und Basecap.

Und außerdem, ich bin nun in dem Alter, in dem man sich entscheiden muss, fange ich nochmal was Neues an, oder versaure ich im Vatikan. Und ich habe mich für einen Neuanfang entschieden. Jobben geh ich erst mal nicht. Ich habe mir ein wenig Kohle zurückgelegt. Ist ja niemandem aufgefallen, dass der Sammelteller immer leer war, wenn ich ihn weitergegeben habe.

Ich will Bungeejumping und Brustwarzenpiercing. Ich will mal auf'n Black-Metal-Konzert. Der billige Meßwein hängt mir zum Halse raus. Ich will 'nen Sixpack Bier zum Frühstück. Und zum Mittag. Ich will keine Oblaten. Ich will FLEISCH. Apropo FLEISCH. Ich will schmutzigen Sex. Also das, was jeder andere Priester auch hat. Ich will einfach nur leben.
Party on!
Euer Benny

PS: Würde das Papamobile gern gegen ein Trike eintauschen. Angebote bitte an folgende Emailadresse: jungfrau@vatikan.god"

Hohe Kirchenvertreter waren noch zu keiner Stellungnahme bereit. Intern wurde aber auf Kündigungsfristen verwiesen. Katholische Würdenträger bedauerten außerdem, dass Verbrennungen von Ketzern wegen der hohen Umweltauflagen nicht gestattet seien. Aber eine Kreuzigung des Papstes sei nicht ausgeschlossen.

Lothar Peppel

Sensationell: Bersteinzimmer entdeckt!

Eines der wohl letzten großen Rätsel Nachkriegsdeutschlands steht wahrscheinlich kurz vor der Lösung. Und wie bei jeder großen Entdeckung, hatte auch hier der Zufall seine Hand im Spiel. Zum Glück, sagen wir. Hier der druckfrische Tatsachenbericht unseres redaktionellen Mitgliedes Lothar Peppel:

Es war letzten Donnerstag, so gegen Zehn Uhr. Ich betrat wie jeden Morgen mein Stammlokal um Frühstück zu trinken. Der junge Mann an der Theke fiel mir sofort auf. Er passte hier irgendwie nicht hinein. Er war sauber und gepflegt. Seinen Kopf hatte er auf die Arme gelegt. Und man vernahm ein leises Schluchzen. Ich konnte Männer noch nie weinen sehen. Und so setzte ich mich neben ihn, um ihn zu trösten.

Ich: Na, na. Geht doch alles wieder vorbei. Ist doch nur halb so schlimm.

Er: (schluchzend) Uuuhhuuhu, uhuh, Gro..., uhuhu, ...ater, uhuu, ...ernstein, huhuhu, ...immer, uhuhu... .

Ich: Haben Sie Bernsteinzimmer gesagt?

Er: Uhuhu, ja, uhuh, ...Bernstein..., uhu, ...zimmer.

Ich: (verlogen) Na, jetzt reden Sie sich doch mal alles vom Herzen. Das hilft.

Er: (sich schnäuzend) Es war im letzten Jahr. Großvater lag seit 13 Jahren auf dem Totenbett und ich saß jeden Sonntag drei Stunden auf seinen zittrigen Knie um mir seine letzten Worte anzuhören. Und an einem besonders schönen Sonntag starb er ja dann auch äußerst unerwartet. Und wissen Sie, was er mir zuletzt sagte?

Ich: (ehrlich) Nein.

Er: Er sagte, Junge, ich habe Euch ganz schön angeschmiert. Ich war gar kein Widerstandskämpfer. Das Tattoo auf meinem linken Hoden zeigt auch nicht die Geschwister Scholl. Nein, es ist ein Porträt vom Führer mit seinem Schäferhund. Ich habe nur den Bart weglasern lassen. Jetzt mach die Ohren auf, Junge. Das ist mein Vermächtnis an Dich. Ich weiß wo das Bernsteinzimmer ist. Jawohl, ich war dabei, als wir es zu Schlüsselanhängern gemacht haben. Jawohl! Wir haben das ganze verdammte Zimmer zerschnitten und zu Schlüsselanhängern gemacht. Genau 130.000 Stück. Und die haben wir an Ferrero verkauft. Und die Trottel haben sie in die Überraschungseier gesteckt. In jedem siebten Ei, ist einer mit dabei. Ha!

Also, Junge, wenn Du 910.000 Ü-Eier kaufst, hast Du das ganze Zimmer theoretisch zusammen. Ach so, noch ein kleines Problem. Die Teile sind durchnummeriert. Und den Bauplan, um die ganzen Teile wieder zusammen zu fummeln, hat sich der dicke Göring in den Weisheitszahn eingravieren lassen. Also, mein Junge, die Schaufel steht im Schuppen. Nein, Du Trottel, nicht um Görings Zahn auszubuddeln. Du sollst mein Grab schaufeln. Ich glaub' es geht zu En... .
Uhuuhu, Großvater, uhuhuhu... .

Ich zahlte sofort und ging in den nächsten Supermarkt um 500 Überraschungseier zu kaufen. Nun stehen auf meinem Fernseher 72 Sammelfiguren und ich stehe bis zu den Knien in Kleinteilen, Staniol und Schokoladeneihälften. Schlüsselanhänger aus Bernstein habe ich allerdings nicht gefunden. Im Nachhinein bin ich mir auch nicht sicher, ob das Schluchzen ein Schluchzen war. Kritisch betrachtet war es wohl eher ein unterdrücktes Lachen. Und überhaupt, die ganze Story scheint mir nicht wasserdicht zu sein. Hitlers Hund hatte doch gar keinen Bart, oder?

 

Gestern in :
Machen wir unsere Erde kaputt?

Kinder, Kinder

Der Bundesrepublik fehlt der Nachwuchs. Und so gestalten sich die Sorgen der Landesversicherungsanstalten von Tag zu Tag größer und problematischer. In einer heute einberufenen Pressekonferenz wies der Sprecher der LVA nochmals eindringlich auf die Problematik der Überalterung unserer Gesellschaft hin. Waren es vor 20 Jahren noch 4 Arbeitnehmer, die mit ihren Beiträgen in die Sozialkassen einen Rentner finanzierten, so wird das Verhältnis in wenigen Jahren auf 1:1 geschrumpft sein. Schon jetzt stapeln sich in den Behörden die Anträge besorgter Arbeitnehmer, die darauf zielen, einen möglichst alten und siechen Rentner zugeteilt zu bekommen.

Auch in der Bundespolitik ist man sich der Problematik bewusst. So besteht die Opposition, insbesondere die CSU darauf, das Mutterverdienstkreuz wieder einzuführen. Die Regierungsparteien haben dagegen den Vorschlag gemacht, Inzucht und Vergewaltigung nicht mehr unter Strafe zu stellen. Ein Einspruch des wissenschaftlichen Beirates, Inzucht trage das Risiko von Geisteskrankheiten in sich, wies der Regierungssprecher barsch zurück. Sein Kommentar: „Auch heute zahlen nur Idioten in die Sozialkassen ein."

Guido Westerwelle von der FDP verwies auf die Problematik von unerfüllten Kinderwünschen. Sein Lebenspartner und er hätten sich für Nachwuchs entschieden, doch bis jetzt habe es nicht geklappt.

Die Katholische Kirche hingegen sprach sich dafür aus, die Antibabypille durch Placebos zu ersetzen. Dies würde auch die Gewissen der Priesterseminarteilnehmer entlasten, die bis jetzt am Rande der Legalität agieren, indem sie in Schleckerdrogeriemärkten jeweils zweimal die Woche Kondompackungen mit Stecknadeln perforieren.

Anregungen, das Kindergeld als Anreiz zu erhöhen, wurden von der Regierung zurückgewiesen. Finanzminister Eichel verwahrte sich dagegen, dass die Deutschen Männer ihren Spaß haben und der Staat auch noch dafür zahlen solle. Die Überlegung auf Geschlechtsverkehr Vergnügungssteuer zu erheben, ließ der Finanzminister dagegen unkommentiert.

Ein allerletztes Mittel, so erfuhren wir aus gut informierten Kreisen, sehe die LVA darin, dem Trinkwasser größere Mengen Viagra beizumengen.

Wenn das so ist, so Guido Westerwelle von der FDP, schicke ich meinen Freund schon mal in die Apotheke einen Schwangerschaftstest holen.

Lothar Peppel

Frau des Tages
Sappho Hagen (24) ist Chefredakteuse des lesbischen Journals "Klatschmohn". Als persönliches Opfer für den Generationenvertrag würde sie alles geben, um ein Kind zu generieren. "Nur Kerle kommen mir nicht in die Kiste", so die kratzbürstige Männergegnerin.

 

-Sonntagsfrage:
Welche Partei würden Sie wählen?


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Gustloff