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"Mit
dem fahren wir Schlitten", bemerkte der Polizeibeamte
zu seinem Kollegen. Dann winkten sie das seltsame Gefährt
an den Straßenrand. "Ihnen ist klar, daß
Sie mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sind?"
Der Fahrer starrte ihn verständnislos an. "Ihren
Führerschein oder Ausweis bitte!" Wieder keine Antwort.
"Dann müssen wir Sie zur Feststellung der Personalien
eben mitnehmen." -- "Laß mich mal versuchen",
sagte sein Kollege. Er trat vor und zupfte den Mann am Bart.
Über Funk gab er dann hastig durch: "Wir haben hier
einen großen Fang gemacht: den Weihnachtsmann."
Schon
am nächsten Morgen machte die BILD-Zeitung auf mit der
Schlagzeile: "Jetzt ist er dran!" Bis dahin hatte
es noch so ausgesehen, als wenn der Weihnachtsmann mit ein
paar Punkten in Flensburg davonkommen könnte. Doch nun
brach eine Lawine los.
Bundeskanzler
Schröder wetterte, der Weihnachtsmann sei schuld am jüngsten
Haushaltsloch. Schließlich habe er seit Jahrhunderten
die Schenkungssteuer hinterzogen und seine Präsente vom
Nordpol nach Deutschland geschmuggelt. Die CDU attackierte
die Regierung hingegen für ihre zu laxe Ausländerpolitik.
Der Weihnachtsmann habe weder Visum noch Arbeitserlaubnis
gehabt. Ganz genauso die Gewerkschaften, die die Entsenderichtlinie
ins Spiel brachten. Außerdem habe der Weihnachtsmann
ohne Tarifvertrag und sogar an Feiertagen gearbeitet. Deshalb
die hohe Arbeitslosigkeit.
Das
komme aber auch daher, so der DIHT, daß der Weihnachtsmann
ohne Meisterbrief Schornsteine gereinigt habe. Und dann habe
er, wie das Kartellamt nachwies, von langer Hand ein Monopol
aufgebaut mit Geschenke-Dumping und so den Einzelhandel ruiniert.
Die Grünen verwiesen auf die ökologische Dimension
des Falles: Rentiere seien eine in Deutschland vom Aussterben
bedrohte Tierart, und der Weihnachtsmann habe seine nicht
artgerecht gehalten.
Nimmt
man noch kleinere Vergehen hinzu wie Ruhestörung durch
Glockengebimmel oder Verstoß gegen das Vermummungsverbot,
so kann sich der Weihnachtsmann darauf einrichten, den Rest
seiner Tage hinter Gittern zu verbringen. Schwacher Trost
für ihn: die Filmrechte konnten an die Serie "Die
dümmsten Verbrecher" verkauft werden.
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