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Freibier
für alle
Kommt
der Staat in die Kneipe und hat die Spendierhosen an. Ruft
er: "Freibier für alle!"
Alle sind begeistert.
Wie sie zur Theke stürzen, schaut der Staat, wieviel
er dabei hat. Sind nur 10 Euro und sind sogar nur geliehen.
Wo der Wirt das vierte Bier gezapft hat, wirft sich der Staat
dazwischen und ruft: "Das ist jetzt genug Freibier für
heute!"
Die Leute sind sauer und wollen dem Staat was tun.
Also steigt der Staat auf die Theke und hält eine Rede.
Ihm sei schon länger aufgefallen, dass Egoismus und Anspruchsdenken
bedenklich zugenommen hätten. Jeder denke nur an sich,
niemand an den Staat. Und alle müssten nun den Gürtel
enger schnallen, alle anderen natürlich.
Die Menge kocht immer noch.
Da macht der Staat ein Angebot: "Ich rette Euer Freibier.
Ich nehme einfach für jedes Bier 5 Euro. Zwei Euro brauch
ich für Verwaltung, 50 Cent, weil ich leben muss. --
Aber der Clou: Ihr habt Freibier so viel Ihr wollt!"
Alle sind begeistert, und so wird es gemacht.
Nach einer Weile hat einer doch einen lichten Moment. Fragt
er: "Leute, wäre es nicht besser, wenn jeder sein
Bier selber zahlt? Kostet nur 2 Euro 50!"
Weil das aber leider eine Parabel ist, gellt ihm da aus einer
Kehle entgegen: "Du Scheiß-Neoliberaler willst
uns unser Freibier wegnehmen!"
Dann werfen sie ihn raus.
Henning
Helmhusen
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